Glaubensentwicklung im digitalen Raum

Originaltitel: Online faith formation for missional leadership in a secular age

2023FacharbeitEnglisch16 Seiten2 Min. Lesezeit
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In der Coronazeit habe ich Alpha-Kurse online angeboten und Bibellesepläne für die YouVersion-App entwickelt. Daraus entstand die Frage dieser Arbeit: Kann Glaube auch auf Distanz so wachsen, dass Menschen selbst Verantwortung übernehmen? Die ausgewerteten Arbeiten zeigen, worauf es ankommt: Zugehörigkeit, Wertschätzung, gezielter Austausch und die Herausforderung zum Dienst. Online rückt dieser Dienst sogar stärker in den Alltag, von Montag bis Samstag, im persönlichen Umfeld und am Arbeitsplatz.

Kann Glaube auch am Bildschirm wachsen?

Worum es geht

Jüngerschaft ist für mich kein Grundkurs für Anfänger. Wer Jesus nachfolgt, bleibt lernend und wird zugleich zum Lehrenden für andere. Deshalb spreche ich von Glaubensbildung (englisch faith formation): ein Wachsen, das Neue im Glauben ebenso betrifft wie langjährige Christen. Viele Menschen in meinem Umfeld verfolgten die Gottesdienste online oder wohnten zu weit entfernt für Abendveranstaltungen. Daher frage ich: Welche Chancen bieten Onlineangebote für Glaubensentwicklung, und wo liegen ihre Grenzen?

Dazu habe ich drei Ansätze ausgewertet: eine Studie zur Jüngerschaft junger Erwachsener in Kenia, ein Buch über geistliches Wachstum in digitalen Lernumgebungen und Andrew Roots Überlegungen zur Glaubensbildung in einer säkularen Zeit. Mein Ergebnis: Auch online kann Glaube wachsen, wenn Menschen sich zugehörig, wertgeschätzt und herausgefordert erleben, wenn gezielter Austausch stattfindet und Glaube im Dienst am Nächsten erfahrbar wird.

Eine scheinbare Schwäche kann sich dabei als Stärke erweisen: Gemeinsames praktisches Handeln ist online nur begrenzt möglich. Dafür rückt der Alltag in den Blick. Am Ende skizziere ich einen begleiteten Onlinekurs über acht bis zwölf Wochen.

Der Dienst geschieht von Montag bis Samstag im persönlichen Umfeld und am Arbeitsplatz der Teilnehmenden.

Aus der Arbeit, S. 10 (übersetzt aus dem Englischen)

Drei Gedanken, die bleiben

  1. Jüngerschaft ist keine Anfängerstufe. Wir bleiben Lernende und werden zugleich Lehrende für andere.
  2. Inhalte allein reichen nicht. Auch online braucht Glaubensentwicklung Zugehörigkeit, Wertschätzung, gezielten Austausch und Menschen, die begleiten.
  3. Der Alltag ist das Übungsfeld. Online verlagert sich der Blick von Aufgaben in der Gemeinde hin zu Nachbarschaft und Arbeitsplatz.

Im Gespräch mit

Andrew RootGlaubensbildung in einer säkularen Zeit Stephen D. und Mary E. Lowegeistliches Wachstum in digitalen Lernumgebungen Juddy Kareiwas junge Erwachsene im Glauben wachsen lässt J. Robertson McQuilkinJüngerschaft als ganzheitliches Leben

Für die Praxis

Mein Entwurf für einen Onlinekurs über acht bis zwölf Wochen ruht auf sechs Bausteinen: einem klaren Lernziel, persönlicher Begleitung durch Mentoren, einer Kultur der Wertschätzung, geistlicher Erfahrung wie Gebet und festen Gewohnheiten, verbindlicher Herausforderung und einem festgelegten Inhalt. Ein Treffen dauert etwa eine Stunde: Ankommen mit Lied und Gebet, kurzer Einstieg, zehn Minuten Austausch und geistliche Übung, zwanzig Minuten Input, Vertiefung und ein Abschluss mit Gebet und einer Aufgabe bis zum nächsten Treffen.

Die Arbeit ist auf Englisch geschrieben und für ein Fachpublikum gedacht. Wenn Sie tiefer einsteigen möchten, sprechen Sie mich gern an.

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