Gute Beziehungen zwischen Leitenden und Mitarbeitenden hätte ich nie in Frage gestellt. Walter C. Wright geht weiter: Für ihn ist Leitung selbst eine Beziehung, in der eine Person in das Wachstum einer anderen investiert. Die fünf Praktiken von James Kouzes und Barry Posner zeigen, wie das im Alltag aussieht: vorleben, eine Vision teilen, Gewohntes hinterfragen, andere befähigen und ermutigen. Daniel Zindel erinnert daran, dass Sache, Beziehung und Glaube zusammengehören. Für mich ist daraus ein neuer Maßstab geworden: der Erfolg der Menschen, die ich leite.
Für wessen Erfolg sind Sie eigentlich verantwortlich?
Worum es geht
Walter C. Wright beschreibt in „Relational Leadership“ Leitung als Beziehung des Einflusses: Leitende investieren in das Wachstum der Menschen, die ihnen anvertraut sind, und verfolgen mit ihnen einen gemeinsamen Auftrag. Dahinter steht ein einfacher Gedanke: Verhalten folgt Überzeugungen. Ich teile diesen Anspruch. In Gemeinden ist Leitung nie neutral, es zählt nicht nur, ob ein Ziel erreicht wird, sondern auch wie. Zugleich benenne ich eine Schwäche: Das Ideal ist so hoch, dass es entmutigen kann, denn Leitende haben nicht alle Faktoren in der Hand.
Transformationale Führung nimmt diesen Gedanken auf. Sie verwaltet nicht nur das Bestehende, sondern bringt die Ziele der Einzelnen, der Leitung und der Organisation zusammen und schafft ein Umfeld, in dem Menschen wachsen. Wo Angestellte und Ehrenamtliche zusammenarbeiten und Ehrenamtliche manchmal Fachleute anleiten, braucht es Leitung in alle Richtungen: sich selbst führen, anleiten, auf Augenhöhe zusammenarbeiten und nach oben Impulse geben. Entlang der fünf Praktiken von Kouzes und Posner zeige ich, was das konkret heißt.
Daniel Zindel ergänzt einen Dreiklang, der mir wichtig geworden ist: Sache, Beziehung und Glaube. Der Mensch ist Leistungsträger, Beziehungswesen und offen für Gottes Inspiration, und keine dieser Seiten darf absolut gesetzt werden. An einer Stelle denke ich weiter: Was Zindel „Standesgnade“ für Leitende nennt, verbinde ich mit dem allgemeinen Priestertum. Verantwortung trägt jeder Mensch in seinen Rollen, und darum gilt der Segen für eine Aufgabe nicht nur Leitenden.
Das Buch hat mir geholfen, strategische Entwicklung eng mit der persönlichen Entwicklung der Mitarbeitenden zu verbinden und ihren Erfolg zum Maßstab für gelingende Leitung zu machen.
Aus der Buchkritik zu Walter C. Wright, S. 5 (übersetzt aus dem Englischen)
Drei Gedanken, die bleiben
- Leitung geschieht in der Beziehung. Mit Walter C. Wright verstehe ich sie als Einfluss, der nur dort besteht, wo andere ihn annehmen.
- Alle Teams brauchen ein Warum. Drei bis vier gemeinsam gewählte Werte reichen, denn niemand kann alle Werte zugleich betonen.
- Weil niemand dem Ideal ganz gerecht wird, gehört Vergebung zur Leitung dazu.
Im Gespräch mit
Für die Praxis
Drei einfache Fragen helfen jedem Team, Bewährtes zu würdigen und Neues zu wagen: Was war gut und soll bleiben? Was wollen wir ändern? Was möchten wir neu beginnen? Für den Blick nach vorn frage ich: Wo stehen wir, wenn wir so weitermachen, und wo wollen wir in zwei, fünf oder zehn Jahren sein? Mitarbeitergespräche dürfen über Zielvereinbarungen hinausgehen: blinde Flecken erkennen, vertrauliches Feedback geben, begleiten. Und wer Gutes bemerkt und feiert, verändert eine Teamkultur mehr als jede Suche nach Schuldigen.
Diese Zusammenfassung beruht auf drei kürzeren Studienarbeiten, eine davon auf Englisch. Mehr dazu erzähle ich Ihnen gern im Gespräch oder in einem Vortrag.
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